Murre Gin – Der Gin mit der Möhre!

Gin erlebt seit ca. 2012 eine regelrechte Renaissance und hat einen Wandel vom angestaubten Altherrengetränk an finsteren Hotelbars zum hippen In-Drink in neonhellen Clubs und Bars vollzogen. Die große Bandbreite des Angebotes macht ihn zum Statussymbol und Sammelobjekt. Er ist fester Bestandteil der sich stetig weiter belebenden Barkultur Deutschlands und dieser Boom hält nach wie vor an.  Gin ist vielseitig, er kann sowohl pur als auch in zahlreichen Cocktails getrunken werden. Und schon bei der Herstellung können unterschiedlichste Zutaten („Botanicals“) Verwendung finden.

Der Murre Gin kommt aus Hangelar, einem Stadtteil von Sankt Augustin, das im Rheinland im Großraum Köln/ Bonn liegt. Bärbel und Ralph Gemmel sind die Macher des Wacholders –  ein eigener Gin mit Lokalkolorit. Zunächst mischte und experimentierte man daheim mit unterschiedlichen Botanicals und nach diversen Tests stand die Wunschzusammensetzung fest. Man fand in Frank Ginsberg einen kompetenten Partner für die Herstellung und so werden seit Sommer 2018 kleine Batches von ca. 400 Flaschen produziert. Der General-Anzeiger Bonn hat Mitte Juli 2018 über dieses Familybusiness berichtet. Abe was macht ihn anders als andere Gins? Zwei Dinge wollte man umsetzen:

1. Keep it simple
2. Remember where you come from

Bei einem Gin muss nach der EU-Verordnung 110/2008 der Walcholdergeschmack vorherrschend bleiben und ist darum auch Hauptbestandteil des Murre Gin. Direkt danach folgt aber die Karotte bei insgesamt nur sieben Botanicals („Keep it simple“). In seiner Heimatregion  wurden früher Möhren angebaut, die Hangelarer im Umland „Hangelarer Murre“ genannt. Murre Gin ist also definitiv eine Hommage an die rheinischen Wurzeln („Remember where you come from“).

Verkostungsnotiz: Die Nase ist sehr schön wacholdergeführt, am Gaumen dann zunächst ebenfalls deutlich Wacholder, gleich gefolgt von frischen Orangen- und Minznoten. Anschließend macht sich eine wohlige Süße breit, eine dezente Schärfe ist spürbar. Der Abgang ist recht lang, hält dabei die frische Süße bei und jetzt kommt auch die Möhre geschmacklich zum Vorschein. Es ist insgesamt ein milder Gin, der sich aber mit 44 % Vol. auch im Tonic nicht versteckt und wahrnehmbar bleibt.

Tonic-Empfehlung: Fever-Tree Mediterranean Tonic, Orangenscheibe als Garnitur.

Ihr wollt unseren Gin probieren? Dann besucht uns doch z. B. am 22.und 23.03.2019 auf der Cologne Spirits im Mediapark Köln oder vom 03. bis 05.05.2019 beim Rhein Gin Festival in Neuss.